Adventskonzert mit dem Frauenvokalensemble Sine Nomine

Sine Nomine
Bildrechte: Doris Pfaff

Gesang aus vollen Herzen: Eine Fülle außergewöhnlicher Lieder haben am Abend des zweiten Advents elf Sängerinnen aus der Region Alzenau-Aschaffenburg-Hanau rund 70 Zuhörern in der St. Markus-Kirche präsentiert.
Auch wenn sich das erst vor zwei Jahren gegründete und von Alexander Reuter dirigierte Ensemble »Sine Nomine« (»Ohne Name«) nennt, ist klar: Schon längst hat sich der Frauenchor, der ausschließlich anspruchsvolle Chorliteratur singt, einen guten Namen gemacht. Und wenn das Ensemble, salopp gesagt, auf diesem hohen Niveau so weitermacht, ist ihm eine große Zukunft gewiss.
Begleitet vom Pianisten Johannes Möller boten die »Sine Nomine«-Frauen unter dem Motto »O Tannenbaum« 14 erlesene Werke aus zwei Jahrhunderten bis in die Neuzeit. Hervorstechend dabei ihr Detailsinn für Ton und Tempi, das dynamische Können, die saubere Artikulation und die fein ausgefeilten Phrasierungen.
Die Sängerinnen Ruth Ganswindt und Katrin Hofmann moderierten überdies wohltuend das neunzigminütige Programm, das weitgehend aus Chorliteratur bestand, die nur selten und noch gar nicht zu hören war.
Als Auftakt des 90-minütigen Konzerts erklang Hans Georg Nägelis vierstimmiger Lobgesang »Dich will ich, o Jehova, loben,« gefolgt vom himmlischen Stück »Christnacht« (Friedrich Heinrich Himmel) und dem herrlich beseelten »Weihnachtslied« des Komponisten Robert Radecke. Nach dem »Gebet« (Moritz Hauptmann) entzückten in einer vergnüglichen 5/8-Fassung »O Tannenbaum« (Earlene Rentz) und die kontrastreich verwobene Melodie »Tomorrow shall be my dancing Day« (John Rutter) das Publikum, bevor »Christmas Lullaby« (Rutter) für Gänsehautfeeling sorgte.
Nicht minder zogen weitere Werke aus jüngerer Zeit in den Bann, darunter drei von Dan Forrest (Jahrgang 1978). Aus seiner Feder stammt etwa »There ist Faint Music«, eine Komposition, die sowohl das Gefühl als auch die Bedeutung des Weihnachtsfestes verinnerlichte. In dem Stück überzeugte Sopransolistin Franziska Paul mit glockenreiner Stimme.
Höhepunkt zum Schluss: Das fast vierminütige »Festival Alleluia« (James Whitborn), nach dessen letzten Takten es die Zuhörer, riesigen Applaus spendend, von den Sitzen riss. Natürlich musste Sine Nomine eine Zugabe liefern. Allerdings unter einer Bedingung, forderte Dirigent Reuter. Ein leichtes war das für die Konzertbesucher: Aus vollem Herzen stimmten alle in die Strophen des Weihnachtslieds »O du Fröhliche« ein.
DORIS PFAFF